Archiv - Europacup und Teamsprint in Genf

geschrieben am 21.07.2014
Europacup und Teamsprint in Genf
Es war ein sehr ereignisreiches Wochenende mit vielen Emotionen, nicht zuletzt wegen meinem ersten Europacup Rennen und einem spannenden Teamsprint, wo sich die Wildcats Familie Platz drei sichern konnte.

Das Schweizer Nationalkader traf sich am Freitag Nachmittag im sonnigen und heissen Genf, um die Strecke abzuschwimmen-, fahren-und laufen. Beim anschliessenden offiziellen Briefing der internationalen Triathlon Union lag Spannung in der Luft. Für mich war es das erste Mal, mit so vielen verschiedenen Nationen an der Startlinie zu stehen.

Bodymarking, Check-In, Wechselzone einrichten und Einwärmen wurde vor dem Rennen von jeder Athletin auf ihre Art und Weise gemacht. Beim Start wurde jede mit Namen und Land aufgerufen und kurz darauf fiel das Startsignal. Gleich zu Beginn wurde enorm viel geschubst und geprügelt, bis zur ersten Buoye konnte ich gut mithalten, doch da riss mich eine Konkurrentin am Anzug und überschwamm mich. Da ich deshalb etwas tiefer im Wasser lag, nutzten dies noch einige weiteren Athletinnen um mich gleich auch zu überschwimmen. Somit kam ich im hinteren Mittelfeld aus dem Wasser. Auf dem Rad konnte ich dann aber mit einer guten Gruppe fahren, welche immer wieder von vorne abgefallene Athletinnen einsammelte und einige andere bei dem sehr selektiven Hügel verlor. Das anschliessende Laufen wurde allerdings zur Qual. Durch die vielen Schlägereien im See hatte ich enorm viel Wasser geschluckt, welches sich jetzt in Form von starken Bauchkrämpfen bemerkbar machte. Zudem erhielt ich eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, da ich anscheinend die Schwimmbrille nicht in die Box geworfen hatte.

Ich lief daher als 35te über die Ziellinie. Es ist kein überragendes Resultat, aber ich bin trotzdem zufrieden, da es eine sehr tolle und wertvolle Erfahrung war.

Einige Stunden später stand auch schon der nächste Triathlon vor der Tür. Das zweite Qualifikationsrennen für die Team Sprint Schweizermeisterschaft wurde von mir, David K., Sophie und Christian (Startreihenfolge) in Angriff genommen. Wir waren alle top motiviert das gute Resultat von dem Team in Zug noch einmal zu erreichen. Als Nummer drei wurde ich dann zum Start gerufen und stürzte mich mit 14 anderen Frauen in die Fluten. Ich konnte ganz vorne mitschwimmen und kam somit in die Spitzengruppe auf dem Rad, wo ständig (allerdings ohne Erfolg) attackiert wurde. Auf der Laufstrecke konnte ich dann aber nicht mehr mit den vier anderen Frauen mithalten, welche eine sehr hohe Pace liefen. Ich übergab somit als fünfte an David. Er zeigte ein sehr schnelles Schwimmen und konnte als vierter auf das Rad wechseln, wo er nochmals Tempo machte und als dritter auf die Laufstrecke ging und auch als dritter an Sophie übergab. Sie konnte sich während dem Schwimmen von der vierten Athletin distanzieren und stieg alleine auf das Rad. Auf so kurzer Distanz non Stop im Wind zu fahren ist extrem hart und mental nicht einfach, leider kam dann ein Team von weiter hinten mit der Nationalkaderathletin Estelle Perriard auf dem Rad angebraust, welche uns überholte. Somit übergab Sophie als vierte an Christian. Es lag nun alles in seiner Hand, ob wir das Podest erreichen sollten oder nicht. Nach einer soliden Schwimmleistung konnte er auf dem Rad unglaubliches Tempo machen und holte ein Team auf. Mit einem sehr schnellen Lauf sicherte er sich und dem ganzen Team dann schliesslich den dritten Rang. Überglücklich und mit einem riesen Grinsen im Gesicht überquerten wir dann zu viert die Ziellinie, wo wir von den begeisterten Wildcats-Zuschauern in Empfang genommen wurden.

Bei der Siegehrung wurde dann mit Champagne-Showers das gute Resultat gefeiert.

Aber allzu ausgiebig gefeiert wurde dann doch nicht, da die Männer der Wildcats am nächsten Morgen bereits um acht Uhr den Start zum olympischen Circuit Rennen hatten.

Ich, für meinen Teil konnte gar nicht mehr aufhören zu strahlen und schlief mit einem riesen Lächeln ein. 

Ich denke wir können nun alle sehr gespannt sein auf das grosse Finale in Lausanne, wo die Wildcats mit zwei sehr starken Teams am Start stehen werden.